Biographie

Foto: Annemone Taake

Friederike Blum studierte Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (2009–2013). Auf diesem Fundament aufbauend erweiterte sie ihre Ausbildung mit dem Masterstudiengang Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen (2017–2019), mit einem Fokus auf zeitgenössische Kunstformen, geprägt von Denken und Werk des Komponisten und Theatermachers Heiner Goebbels. Bereits 2013 wurde sie zur ersten Regie-Werkstatt der drei Berliner Opernhäuser eingeladen.

Parallel zur Ausbildung entwickelte sie in freien Projekten eine eigenständige künstlerische Praxis. Sie erprobte mit den verschiedensten Kollaborateur*innen immer wieder neu, wie gemeinsames Musiktheater entstehen kann – mit professionellen Künstler*innen ebenso wie mit Laien. In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Benjamin Scheuer entstanden frühe Musiktheaterprojekte: „Theater der Affekte" (2011), „Erinnerungsspiele" (2012) – ein gemeinsam mit Kindern und Senioren entwickeltes Projekt, gefördert durch den Krista und Rüdiger Warnke-Preis – sowie das Langzeit-Musiktheaterprojekt „Das Orlando-Prinzip" (ab 2014). Es folgten Uraufführungen beim Festival Spieltriebe am Theater Osnabrück und Musiktheaterprojekte mit Jugendlichen am Theater Bremen. 2017 entstand „Orpheus Moments" – in Zusammenarbeit mit Eloain Hübner (Komposition), Tassilo Tesche (Libretto) und Jakob Boeckh (Ausstattung) – uraufgeführt bei der Biennale Musica in Venedig.

In den Jahren 2017 bis 2023 vertiefte sie ihre Kenntnis des Opernbetriebs als Regieassistentin und Spielleiterin – zunächst am Staatstheater Braunschweig, dann an der Bayerischen Staatsoper München, einem der führenden Opernhäuser der Welt. Sie assistierte u.a. Tatjana Gürbaca, Stefan Herheim, Johannes Erath, Frank Castorf, Dmitri Tcherniakov und Kirill Serebrennikov. Darüber hinaus leitete sie eigenständig Wiederaufnahmen großer Repertoire-Produktionen – darunter „La Bohème" in der Inszenierung von Otto Schenk – und arbeitete dabei eng mit namhaften Sängerinnen, Sängern und Dirigenten der internationalen Opernszene zusammen. 2023 assistierte sie außerdem Heiner Goebbels bei der Arbeit an einer performativen Installation „No 826 – Eine Orakelmaschine" im Weltkulturerbe Völklinger Hütte.

Seit 2021 entwickelt sich ihre Karriere als freie Regisseurin kontinuierlich. Für ihre Inszenierung von „Tri sestry" von Peter Eötvös am Theater Hagen wurde sie 2023 mit dem Götz-Friedrich-Preis ausgezeichnet. Es folgten „Salome" am Nationaltheater Weimar, „La Cenerentola" am Theater Hagen sowie „Frank und Bert" an der Bayerischen Staatsoper – eine Kinderoper, deren Konzept und Libretto sie selbst entwickelte. Mit „24 Hebel für die Welt – Berichte aus der Winterreise" realisierte sie zusammen mit Un-Label in Köln ein mixed-abled Musiktheaterprojekt, an dem Menschen mit und ohne Behinderung künstlerisch zusammenarbeiten. Zuletzt inszenierte sie „La Passion de Simone" von Kaija Saariaho an der Oper Köln, „Manon Lescaut" am Theater Heidelberg und „Hänsel und Gretel" am Kroatischen Nationaltheater Rijeka.

Friederike Blum praktiziert Musiktheater auf eine Art, die sich nicht auf ein Genre oder eine Ästhetik festlegen lässt – von der experimentellen freien Produktion bis zum großen Repertoire, von der Kinderoper bis zur zeitgenössischen Uraufführung. Die Bandbreite ist Ausdruck einer künstlerischen Neugier, die sie seit den Anfängen ihrer Arbeit antreibt.

Für Anfragen zur Verwendung des Lebenslaufs, bzw. für einen detailierten oder gekürzten Lebenslauf schicken Sie bitte eine Anfrage an friederike.blum@googlemail.com. Eine Liste sämtlicher Produktionen, bei denen Friederike Blum mitwirkte, gibt es hier.