Biographie

Friederike Blum, 1988 geboren, erhielt schon früh Klavierunterricht und sang als Schülerin im Kinderchor der Oper Leipzig und des Gärtnerplatztheaters München. Nach ihrem Abitur 2007 arbeitete sie am Theater Freiburg, am Theater am Neumarkt in Zürich und bei den Wernigeröder Schlossfestspielen als Assistentin mit den Regisseuren Jarg Pataki und Stefan Zednik. Sie sammelte außerdem Erfahrung als Mitarbeiterin im Kinder- und Jugendprogramm der Bayerischen Staatsoper München.

2009 begann sie ihr Studium der Musiktheaterregie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, welches sie mit der Inszenierung »Ariadne« im November 2013 abschloss. Zu ihren Lehrern gehörten Dominik Neuner, Niels-Peter Rudolph und Frank Düwel. Außerdem besuchte sie Masterclasses bei Stefan Herheim, Sandra Leupold und Willy Decker. Im Rahmen des Studiums entstanden neben der Abschlussinszenierung mit Musik von Claudio Monteverdi und Bohuslav Martinů weitere eigene Regiearbeiten, unter anderem »Wozzeck, 3. Akt« von Alban Berg, »Wohin?«, ein szenischer Versuch zu Liedern aus der »Schönen Müllerin« von Franz Schubert und »Über Enden« mit Szenen aus »Orfeo ed Euridice« von Christoph Willibald Gluck.

Im Juli 2013 wurde Friederike Blum als Vertreterin der Hamburger Theaterakademie zur ersten Regiewerkstatt der drei Berliner Opernhäuser eingeladen. Nach Masterclasses mit Barrie Kosky, Michael von zur Mühlen und Jan Bosse wurden die erarbeiteten Szenen in der Tischlerei der Deutschen Oper präsentiert.

In ihrer Arbeit als Regisseurin fokussierte sie sich mehr und mehr auf die Inszenierung von zeitgenössischer Musik und der Entwicklung von neuen Formen des Musiktheaters. In langjähriger Zusammenarbeit mit dem Komponisten Benjamin Scheuer entstanden Projekte wie der szenische Konzertabend »Theater der Affekte« (2011), das Projekt »Erinnerungsspiele« (2012), welches zusammen mit Kinder und Senioren entwickelt wurde, sowie das Langzeit-Musiktheaterprojekt »Das Orlando-Prinzip«, dessen Beginn in der Spielzeit 2014/15 von der Produktionsplattform Stimme X in Hamburg gefördert wurde. 2015 inszenierte sie die Uraufführungen von drei Einaktern (Komposition: Qiuyue Jin, Christopher Scheuer, Alfredo de Vecchis) im Rahmen des Spieltriebe-Festivals am Theater Osnabrück. Und 2017 wurde sie im Team mit Ole Hübner, Tassilo Tesche und Jakob Boeckh ausgewählt, eine Kurzoper für die Biennale Musica in Venedig zu entwickeln. Die Uraufführung von „Orpheus Moments“ fand im Oktober 2017 statt.

Weitere Arbeits- und Interessenbereiche sind die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen (»WegWeise« (2014/15) und »WegWandel« (2015/16) am Theater Bremen), die Arbeit als Dramaturgin (Uraufführung »Die kleine Meerjungfrau«, Regie: Vendula Nováková, Theater Bremen), sowie als Performerin (»Minotaur Peacekeeping Company« Projekt der Gesellschaft für progressives Gedenken in Hamburg) und in der Produktion von Filmen (Spielfilm »FLUTEN«, Regie: Georg Pelzer)

Sie arbeitet auch weiterhin als Regieassistentin, beispielsweise für die Stadtteiloper der Kammerphilharmonie Bremen mit Julia Hübner, dem Festival Kultursommer am Kanal mit Frank Düwel, sowie für einzelne Produktionen an der Hamburgischen Staatsoper und an der Staatsoper Berlin.

Neben ihrer freiberuflichen Arbeit studierte sie seit Oktober 2016 im Masterstudiengang am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen bei Prof. Heiner Goebbels.

Seit der Spielzeit 2017/18 ist sie feste Regieassistentin im Bereich Musiktheater am Staatstheater Braunschweig.

 
Foto: Marianne Menke